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Die Tannenburg
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Die Tannenburg, wurde im 13. Jahrhundert erbaut. Seit der Entstehungszeit bewohnten und verwalteten die Adelsfamilie von Baumbach die Burg. Der Besitz der Familien breitete sich unweit von Rotenburg bis in das Fuldatal aus. Ludwig I. von Baumbach war der Gründer der Tannenburglinie. Er erhielt vom Abt zu Hersfeld die Tannenburg als Lehen. Auch durch seine 5 Söhne breiteten sich die Güter der adligen Baumbachsfamilien immer weiter aus. Alle 5 Brüder verkauften ihre Burglehen zu Rotenburg an das Kloster Breitenau an der Fulda und erwarben aus dem Erlös dafür freie Güter zu Nentershausen, wo sie bis dahin noch keinerlei Güter besaßen.
Ludwig I. stand beim Landgrafen Heinrich II. in hoher Gunst und war genügend begütert, so dass er sich den Luxus erlauben konnte, die mit großem Aufwand verbundene Ritterwürde um 1329 zu erwerben. Ludwig I., landgräflicher hessischer Rat und gleichzeitig hessischer Hauptmann, kämpfte zusammen mit dem Landgrafen gegen die Besitzer der Burg Normanstein über Treffurt an der Werra. Der Kampf wurde jedoch am 2. Oktober 1348 durch Vergleich wieder geschlichtet. Nach dem Tod von Ludwig I. schlossen seine Söhne 1360 mit dem Landgrafen von Hessen einen Vertrag, nach dem sie die Lehensrechte der Hersfelder Äbte über den Tannenberg mit deren Zustimmung auf den Landgrafen übergingen, der damit die Familie von Baumbach wieder belehnte.

Nach der am 29.01.1365 erfolgten Belehnung gelobten die von Baumbachs dem Landgrafen ihre Burg in Fehdezeiten offen zu halten und, wenn er darauf verzichten sollte, diese nur an Standesgenossen zu verkaufen. Nach dem Erlöschen des Männerstammes der von Baumbachs sollte die Burg im Besitz der Frauen und Töchter bleiben.

Die alte Burg auf der Kuppe diente zum Schutz der alten Handelsstraßen, die vom Seulingswald bis nach Thüringen verliefen. So ist es nun zu verstehen, daß auch Erfurt sich veranlaßt sah, mit den von Baumbachs auf dem Tannenberg 1371 ein Bündnis einzugehen, um die Handelswagenzüge zu schützen und den reisenden Kaufleuten Schutz und Unterkunft zu bieten. Als Lohn dafür versprach Erfurt einen jährlichen Sold und Baugeld, um die Burgmauern und Gebäude unterhalten zu können.

Im Jahre 1374 war eine Fehde zwischen dem Abt von Fulda und den Herren von Baumbach ausgebrochen, deren der Abt von Fulda Güter in zwei Dörfern entzogen hatte. Hierbei nahmen die von Baumbachs die Hilfe Erfurts in Anspruch: Ritter fielen in das Gebiet von Fulda ein. Darüber beschwerten sich die Bürger von Fulda bei dem Landgrafen und baten um Vermittlung. Daraufhin verbündete sich der Landgraf, ihr Lehnsherr, mit Fulda. In dieser Zeit belagerten hessische und fuldaische Heerhaufen den Tannenberg. Seitdem heisst der Lagerplatz für die Hessen Hessler oder Hessel, für die Fuldaer oder Buchenländer "Buchenstein". Die Belagerer errichteten eine Schanze, eine sogenannte Gegenburg, gegenüber derTannenburg. Von dort aus schossen sie mit Steinschleudern auf die Burg.

Die Burg erlitt jedoch keinerlei ernsthaften Schaden. Doch die Baumbachschen Höfe und Dörfer wurden vernichtet und nicht wieder aufgebaut. Erst eine Sühne von 1375 beendete den Streit. Doch im Jahre 1392 verband sich der Landgraf aufs neue mit Fulda und zog gegen die Tannenburg. Im Falle ihrer Eroberung hatte der Landgraf seinen Verbündeten die Burg für 1800 Gulden auf drei Jahre versprochen. Doch die Burg wurde wiederum nicht erobert. Erst im Jahre 1494 gerieten die von Baumbachs im Bund mit den Ritten von Boyneburgk und Hundelshausen in eine Fehde mit den Herren von Buchenau. Sie versuchten die Kirche mit Geld zu gewinnen und einige Güter als fuldaische Lehen zu erhalten.

Die letzte Fehde derer von Baumbach war die sogenannte Schäferfehde im Jahre 1517. Die Burg, die schon früher den Belagerungen erfolgreich widerstanden hatte, ging auch aus dem 30-jährigen Krieg unbeschädigt hervor.

Der Anteil des Geschlechts von Baumbach am Tannenberg wurde jedoch immer geringer.

Nachdem bereits 1613 der Inhaber eines Viertels dieses seinen Vettern verkaufte und andere Güter erworben hatte, wurden 1698 und 1738 insgesammt 13/16 des Gerichts Tannenberg an die hessischen Landgrafen verkauft und das so erworbene Geld zum Ankauf anderer Landgüter verwendet, so daß nur 3/16 im Bestitz der Nentershäuser Linie blieben.

Ein im Jahre 1903 ins Leben gerufener Familienverband vereinigte sämtliche Linien derer von Baumbach und kaufte den Tannenberg vom Staat zurück. Dieser Familienverband trägt auch für die Erhaltung der Tannenburg Sorge. Nachdem die von Baumbach im Jahre 1698 ins Tal nach Nentershausen gezogen waren, hausten auf dem Tannenberg Gutsarbeiter der Domäne und Bergleute der Kupfer- und Kobaltwerke. Von den alten Domänegebäuden stehen heute nur noch einige Grundmauern und ein Forsthaus am Fuße des Tannenbergs.